6. September 2021 / Wissenswertes

Historischer Torbogen der Kropff-Federath’schen Stiftung muss abgerissen werden

Erhalt nicht möglich

Veröffentlicht am 6. September 2021 um 10:45 Uhr

Olsberg. Wuchtig und imposant ist das Bauwerk nach wie vor – wer genauer hinsieht, stellt aber fest, dass der „Zahn der Zeit“ am Torbogen der Kropff-Federath’schen Stiftung mehr als nur genagt hat: Der Bogen neigt sich bedenklich zum Innenhof, Risse durchziehen das Mauerwerk.

Bereits seit über einem Jahr ist der historische Torbogen, der auf die Zeit um das Jahr 1903 datiert wird, gesperrt. Nun hat Bürgermeister Wolfgang Fischer die Mitglieder des Stadtrates darüber informiert, dass der bislang denkmalgeschützte Torbogen in Kürze abgerissen werden muss. Hintergrund: Eingehende Untersuchungen haben ergeben, dass das Bauwerk, das sich im Eigentum der Kropff-Federath’schen Stiftung befindet, in dieser Form nicht saniert werden kann. Die Fundamente sind stark geschädigt, ebenso das Mauerwerk der Bogenkonstruktion.

Eine weitere Möglichkeit wäre der komplette Neuaufbau des Bauwerks. Gutachten haben ergeben, dass dies Kosten von einem mittleren sechsstelligen Betrag mit sich bringen würde – »für eine Jugendhilfeeinrichtung ist das keine realistische Perspektive«, unterstreicht auch Ludger Imöhl, Aufsichtsratsvorsitzender der Kropff-Federath’schen Stiftung. Die Stadtverwaltung Olsberg als Untere Denkmalbehörde hat deshalb ihr Einverständnis zu einem Abriss des Torbogens erteilt.

Dieser Verlust im Stadtbild schmerze, unterstreicht Bürgermeister Wolfgang Fischer. Es gelte aber auch, auf den bedenklichen Zustand des rund 120 Jahre alten Torbogens zu reagieren. Die Sperrung an dieser Stelle könne kein Dauerzustand sein. Der Zugang sei für die Jugendhilfe Olsberg aus betrieblichen Gründen und ebenso als Rettungsweg dauerhaft notwendig – auch wenn mit Blick auf die Rettungswege für den Zeitraum der Sperrung im Dialog mit dem HSK andere Lösungen gefunden werden konnten.

Im Zuge der Untersuchungen wurde der Torbogen exakt dokumentiert und auch dreidimensional vermessen. Dies dient zum einen der Dokumentation. Zum anderen ergibt sich so aber auch die Möglichkeit, den historischen Torbogen zu einem späteren Zeitpunkt als Rekonstruktion neu zu erstellen, wenn dies unter wirtschaftlichen Bedingungen möglich wäre.

Foto:
Der Bogen neigt sich bedenklich zum Innenhof, Risse durchziehen das Mauerwerk: Der historische Torbogen zum Gelände der Kropff-Federath’schen Stiftung muss abgerissen werden.
Bildnachweis: ©Stadt Olsberg

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