4. April 2022 / Aus aller Welt

Alter Bunkerstollen auf Helgoland öffnet bald für Touristen

Lange war der alte Bunkerstollen auf Helgoland verschüttet. Doch für ein neues Geschichtsprojekt wird er nun wieder für Besucher zugänglich gemacht.

Jörg Andres, Direktor des Museums Helgoland, steht in einem alten Bunkerstollen, der zur Zeit renoviert wird. Später soll hier eine Ausstellung Besucher über das Leben im Bunker informier...

In einem alten Bunkerstollen sollen Touristen ab Ende des Sommers mehr über die Geschichte von Helgoland erfahren. Derzeit laufen die Arbeiten auch Hochtouren, der Eingang wird am Fahrstuhl mitten im Ort im sogenannten Unterland sein.

Der Leiter des Museums Helgoland, Jörg Andres, geht von rund 3,5 Millionen Euro Kosten aus.

Der Tunnel war nach Angaben von Andres durch Sprengungen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg verschüttet worden. 250 Meter dieses Stollens werden für Besucher wieder begehbar sein. Doch dafür musste erst einmal über viele Monate ein Zugang in den Fels gebaut werden, um den bestehenden Tunnel zu erreichen. Dieser Bunkerstollen sei eigentlich ein Verbindungsgang gewesen, schilderte Andres. «In diesen konnten die Leute im Unterland hineinflüchten und dann unterirdisch zu ihren Bunkerplätzen im Oberland gelangen.»

Im Zweiten Weltkrieg wollten die Nationalsozialisten mit dem Projekt «Hummerschere» durch Aufspülungen und Betonbauten einen riesigen Marinehafen als Flottenstützpunkt errichten. Es kam zu Luftangriffen, die die Insel unbewohnbar machten. Schließlich übernahmen die Briten die Kontrolle und nutzten die Nordseeinsel jahrelang als Bomben-Übungsgelände. 1947 sprengten die Briten zudem mit 6700 Tonnen Munition beim «Big Bang» alle militärischen Anlagen. Als Helgoland 1952 freigegeben wurde, war die Insel nur noch eine Ruinenlandschaft.

Geplant ist, dass die Besucher selbstständig durch den Stollen gehen und Informationen mittels Szenen, Exponaten, Bildern oder Tafeln erhalten. Die Arbeiten kommen gut voran, ab Mai sollen die Ausstellungsstücke eingebaut werden. Der Eintritt wird nach derzeitiger Planung sieben Euro kosten.


Bildnachweis: © Markus Scholz/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

WHO: Cholera in allen Landesteilen des Libanons
Aus aller Welt

Im Libanon grassiert die Cholera. Es mangelt vor allem an sauberem Wasser in dem krisengeplagten Land. Laut WHO ist die gefährliche Krankheit womöglich aus Syrien eingeschleppt worden.

weiterlesen...
Prozess um Tote im Wald - Angeklagter gesteht Tat
Aus aller Welt

Vor Gericht will der Angeklagte schweigen. Aber er hat die Tat in einem Brief an seinen Vater bereits gestanden.

weiterlesen...
European Energy Award für den HSK
Aktueller Hinweis

Photovoltaik und Flächen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Tote bei Wohnungsbrand in Xinjiang - mitten im Lockdown
Aus aller Welt

Haben die strikten Corona-Maßnahmen den Rettungseinsatz bei einem Brand in Nordwest-China erschwert? Anwohner befürchten das.

weiterlesen...
Forscher finden verborgene Schätze am Grund der Ostsee
Aus aller Welt

Sie lagen Hunderte Jahre im Meer - und doch sehen sie aus, als seien sie gerade erst gesunken: In der Ostsee finden Forscher drei bestens erhaltene Schiffe. Doch eines davon gibt besondere Rätsel auf.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Tote bei Wohnungsbrand in Xinjiang - mitten im Lockdown
Aus aller Welt

Haben die strikten Corona-Maßnahmen den Rettungseinsatz bei einem Brand in Nordwest-China erschwert? Anwohner befürchten das.

weiterlesen...
Forscher finden verborgene Schätze am Grund der Ostsee
Aus aller Welt

Sie lagen Hunderte Jahre im Meer - und doch sehen sie aus, als seien sie gerade erst gesunken: In der Ostsee finden Forscher drei bestens erhaltene Schiffe. Doch eines davon gibt besondere Rätsel auf.

weiterlesen...